Kapitel 1

Chapters:

Hektisch betrat sie die Wohnung, setzte sich ins Wohnzimmer in den

großen bequemen Sessel und versuchte endlich zur Ruhe, aber auch

wieder zu Atem zu kommen.

Was war da passiert?

Wie konnte das nur geschehen?

Warum habe ich das zugelassen?

Und überhaupt…………..?

Die ersten Tränen rannen über dieses wunderschöne Gesicht und sie

konnte sich nicht nun nicht mehr halten, weinte bitterlich in ihre Hände.

Schwer wurde ihr ganzer Körper durch die Weinkrämpfe durch geschüttelt.

Sie fasste sich schließlich und eine unwarscheinliche Wut kroch in ihr hoch.

Dieses Arschloch! Dieses absolute Riesenarschloch!

Wie konnte er das nur tun? Er war doch ihr Schwager „in Spe“.

Und sollte sie Chris davon erzählen?

„Verdammt, was soll ich nur machen? Chris ist doch der Einzige, der

in der Familie noch zu ihm hält. Eben weil er sein Bruder war. Erst vor

kurzem hatte er über seinen zweiten Bruder erzählt, daß schwarze

Schaf der Familie, so zu sagen.“

Als sie diese Gedanken geordnet hatte, faßte sie den Entschluß,

Chris doch davon zu erzählen. Er mußte wissen, daß die Vorurteile

seiner drei anderen Geschwister nicht unbegründet waren.

Sie ging ins Bad, sah im Spiegel, was ihre Heulerei da angerichtet

hatte und brachte ihr Aussehen wieder in Ordnung.

Dabei entdeckte sie den Riss am Dekolte ihres Kleides.

Wieder schoß ihr das Blut in den Kopf und die Wut war wieder da.

„Komm runter, komm endlich wieder runter“, dachte sie sich, setzte sich

ins Wohnzimmer, mit den Cognakschwenker in der Hand, der stärker

gefüllt war, als es gedacht war.

Schön langsam kam ein wenig Ruhe in ihr Wesen zurück und sie tat

etwas, daß sie sonst nie machte.

Sie setzte sich auf die Terasse und rauchte eine Zigarette.

Die Erste seit fast 15 Jahren. SIE rauchte! Hoffentlich kommt Chris nicht

dahinter, denn sie war eigentlich nicht über den Rauch entzückt und machte

ihn deshalb oft Vorwürfe.

Nach einer halben Stunde hatte sie sich wieder gefangen, stand auf und sah

im Tiefkühler nach, was noch für heute Abend zur Verfügung stand.

Baguette. OK, daß muß für heute reichen.

Dann ließ sie Badewasser ein, legte sich ins warme Naß und versuchte

sich weiter zu entspannen.

Als sie sich abgetrocknet hatte schlüpfte sie in bequeme, weite Sachen,

die sie sonst nur bei der Hausarbeit trug.

Chris kam wie immer um 19.30h durch die Wohnungstüre, ging mit einem

Lächeln auf Sylvia zu um ihr einen Begrüßungskuß zu geben.

Aber nicht nur an ihrem Outfit, sonderen auch an ihrer Art, die sie heute

an den Tag legte, bemerkte er, DA STIMMT WAS NICHT!

Wenn er etwas in seinem Beruf gelernt hatte, dann anderen DIE Sachen

aus der Nase zu ziehen, die eigentlich verborgen bleiben sollten.

Und nach dem er seine Göttin ein wenig bearbeitet hatte erzählte

sie ihm, was sie belastete.

„Kurt war heute bei mir im Büro und hat um einen Kredit

angesucht. Blöderweise hast du ihm erzählt, was und wo ich arbeite.

Also stand er auf einmal vor mir. Der alte Sack!

Nach dem ich seine finanzielle Situation gecheckt habe, mußte ich

ihm sagen, daß ich ihm auch nicht helfen könnte, daß er seine Recurcen

voll und ganz ausgeschöpft hat.

Da steht dieses Schwein auf, kommt zu mir und greift mir zwischen

die Beine, sagt was von, na dann gib mir wenigstens einen kleinen

Trostpreis, fährt mir unter das Kleid und hat auf einmal meinen Busen

in der Hand.“

Chris hörte zu, bekam von Minute zu Minute einen roten Kopf, fragte aber

mit ruhiger Stimme.“ Und was hast du dann gemacht?“

„Mein Knie hat sich selbsständig gemacht und ich habe es ihm in die

Eier gerammt.“

„Braves Mädchen“, lobte er sie nun und strich ihr übers Haar.

„Du wirst ihn nie mehr wieder zu Gesicht bekommen, daß verspreche

ich dir. Und das aus ganzen Herzen.

Wie kann ich dir helfen, mit dieser Scheißsituation besser fertig zu werden?“

„Ach, schön langsam geht es wieder. Mir ist vor allem im Magen gelegen,

daß ich dir davon erzählen mußte.“

„Mach dir um mich keine Sorgen, ich schaffe das schon. Kann ich

dir JEZT irgend wie helfen?“

„Nein, laß nur. Ich leg‘ mich nieder und veruche ein wenig zu lesen.“

Er brachte sie ins Schlafzimmer, half ihr sich um zu ziehen und küsste

sie noch zährtlich, bevor er wieder ins Wohnzimmer ging.

Dort führte er ein paar Telefonate, nam seine Schlüssel und sah

noch einmal nach seiner Sylvia. Sie schlief nun ruhig und tief.

Für den Fall, daß sie doch munter würde, hatte er ein paar Zeilen

geschrieben, sie beruhigt, daß er bald wieder da sein werde.

Im Cafe Benno wartete schon Thomas, sein anderer Bruder.

Er setzte sich zu ihm, trank noch ein großes Bier, bevor sie

beide aufbrachen. Vor der Türe standen einige Motorräder und

als sie auf die Straße traten, wurden diese gestartet. Auch Thomas

stieg auf eine Guzzi, reichte Chris einen Helm und sie fuhren im

Pulk davon.

Die Fahrt dauerte nicht lange, denn in der Nacht ist der Verkehr in

Wien auch nicht mehr stark. In Perchtoldsdorf, einem Vorort von Wien,

hielten sie vor einem Lokal, daß nicht gerade den besten Eindruck machte.

Chris öffnete die Tür, blieb in ihr aber stehen und schrie hinein:

„Kurt, du elende Drecksau! Komm raus!“

Man hörte einige Stühle umfallen und Chris trat wieder auf die Straße.

Kurt trat heraus, blieb vor Chris stehen, drehte sich um und wartete auf seine

Kumpel`’s.

Die staunten aber nicht schlecht, sich einer anderen Gruppe gegenüber zu sehen,

die nicht gerade die freundlichsten waren. 2x Ketten, 2x Messer, Schraubenschlüssel

und Thomas hielt eine PPK in der Hand, führ die er auch einen Waffenschein hatte.

„Schleichts euch. Das ist eine Familienangelegeneheit“, waren seine Worte,

die ihre Wirkung auch nicht verfehlten.

Chris drehte sich zu seinen Begleitern um.“Nicht eingreifen, daß erledige

ich alleine!“

Im Schwung des wieder zurück drehens rammte er Kurt seine Faust in den

Magen, der darauf hin zusammen klappte. Aber nicht lange, denn das Knie von

Chris kam ihm schon entgegen und als sein Gesicht dagegen schleuderte unter einem

hörbaren, leisen Krachen wieder in die Höhe.

Kurt zog es dadurch die Füße weg und er lag nun vor Chris auf dem Rücken.

Seine Nase war nicht mehr so gerade, wie noch eben und auch blutverschmiert.

Chris setzte sich auf ihn, schlug ihm noch einmal mit der Faust ins Gesicht und

das nächste, leise Krachen war zu hören.

„Wenn du noch einmal, nur ein einziges mal meinem Mädchen in Quere

kommst, bringe ich dich um, du Schwein. VERSTANDEN!“

Mit einem Wimmern nickte Kurt nur.

Chris stand auf, setzte sich den Helm auf und stieg wieder zu Thomas

auf die Guzzi.

Es ist sehr beeindruckend, wenn 8 Motorräder auf einmal gestartet werden und

abfahren. Kein einzinger von Kurt’s Kumpeln ließen sich sehen, wo mit

ein ruhiger und geordnenter Abzug gewährleistet war.

Im Cafe Benno saßen sie dann alle besammen und Chris gab drei Runden aus,

so zu sagen als Dank für die „Begleitung“.

„Gut gemacht, kleiner Bruder. Das wollte ich eigentlich schon selbst

öfter machen. So ist es aber nicht mehr notwendig.“

Erst um 2h morgens löste sich die Runde auf und Chris ließ sich mit einem

Taxi nach Hause bringen.

NIcht alle Wunden heilen langsam

Nicht alle Wunden heilen langsam 2